Impressionen

Küchenhocker

In der HH ist vieles sehr schön, die vielen freundlichen Menschen, immer bereit miteinander zu reden, der unglaublich gut funktionierende Nahverkehr, die Kunsthalle mit ihren unerschöpflichen Schätzen und dass man in der Elbe baden darf. Viele Menschen liegen aber auch einfach in den Ecken rum auch tags und zwei Häuser weiter gibt es einen hässlichen Küchenhocker für 2000 Euro.

Impressionen, Traumreisen

Fragen zerkrabbeln mir den Verstand

Vor meinem Fenster steht der alte Dom auf. Noch ist er im grauen Morgengewand, schon zwitschern die Vögel und erstes Licht zeigt sich am östlichen Himmel. Mein Kopf ist träge noch, aber erste Gedanken fluten diesen Zustand. Viele Fragen zerkrabbeln mir den Verstand. Nochmal fest die Augen schließen und versuchen eine Weile noch zu ruhen, alles bitte bitte zurück in die Warteschleife.

Impressionen, Traumreisen

Unruhe vs. Stille

Mein Herzschlag ist der einzige Ton dieser langen Nacht, den ich vernehme.
Gut das es mir gelungen ist das festzustellen und aufzuschreiben. Das macht über das Grübeln „was war und wird“ begreifbar, das ich in ruhiger friedlicher Nacht lebe und ganz wahrscheinlich bald das Licht Tag und Geist erhellt und ich damit eine neue Chance habe, mein Leben zu gestalten. Wie einfach und wie schön. Wie schön das es dies Nachtbuch gibt. Ich stell mir noch das Nachtkonzert an.

Erinnerungen, Impressionen

Es war mehr Lachen früher

Mich im Kopf bewegen, ins Vergangene schauen:
Beim Spielen; Schulbänke gab es; Geruch nach süßsauren Eiern, die Kartoffeln stinken; Schorf so dick an beiden Knien; so müde noch zum ersten Bus laufen; auf dem Moped flieg ich durch den Sommertag; Küssen und Laufen;
die Haare kurz, die Haare lang; Hände fassen; Wein macht laut und leise; Blumensträuße füllen Räume, überall sind Augen die mich finden, Tränen schreien durch die Nacht

Impressionen

Für immer

Jetzt bin ich für immer zu Hause. Kein Pendeln mehr jede Woche. Keine Dienstreisen mehr. Nicht mehr der erste Gedanke beim Aufwachen: Wo bin ich? Ich werde immer zu Hause sein.

Das Wegsein. Das Dasein. Alles hat seine Zeit.  Jetzt werde ich immer da sein. Obwohl, wenn ich weg war, war ich auch da. Nur eben woanders. Jetzt habe ich also nur noch ein Dasein, so wie die meisten Menschen. Reicht das? Wie fühlt sich das an, wenn ich nach einem Monat, einem Jahr, nach zehn Jahren immer noch da bin? Wird es irgendwann langweilig, immer da zu sein?

Impressionen

Zero Emission Aircraft

Gegen 3 Uhr, neuerdings schon gegen 2 Uhr, erwache ich, fast jede Nacht. Ich habe mir angewöhnt, als allererstes tief durchzuatmen. Das hilft. Gegen die Angst.

Ich habe meinen Job gekündigt. Einen sicheren Job, mit einem hohen Gehalt, der mir viel Spaß gemacht hat. Aber das Produkt, an dem ich mitgewirkt habe, wird nicht mehr gebraucht. Niemand fliegt mehr. Viele Flugzeuge stehen herum und warten auf Auslieferung.

Impressionen

Ein Tag der Befreiung

8. Mai und die Ausgangssperre fällt! Trotzdem ist um 1.00 Uhr, als wir aus Leipzig kamen, niemand auf der Straße. Wie lange dauert es, bis Unbeschwertheit wieder vor Angst das Leben bestimmt?

Impressionen

Meine kleine Depression und ich

Ich sitze im Wartebereich des Impfzentrums, die zweite Charge frisch im Arm. Vorgestern wurde bekannt gegeben, dass zweifach geimpfte Personen bald Privilegien erhalten werden, wie zum Beispiel einkaufen gehen oder nachts draußen sein. Hui. 

Aus den Nachrichten weiß ich: die Inszidenzen gehen runter, so schnell kann man nicht mal „Herdenimmunität“ sagen. 

Impressionen

Mit Rad nach Stadt

„Der Mai ist gekommen die Bäume schlagen aus,
da bleibe wer Lust hat mit Sorgen zu Haus…“

So beginnt ein Wanderlied aus der Romantik.
Zu dieser Zeit wurde wohl mehr gelaufen als heute. Es gab nur wenig fahrbaren Untersatz und Mensch musste, um von A nach B zu kommen, wohl oder übel per pedes sein.